E-paper - 10. Juli 2019
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Akrobatik auf

dem Pferderücken

Voltigieren: Bei der Reit- und Fahrgemeinschaft Pegnitz-Buchau ist Körperspannung gefragt, denn hier turnen die Mitglieder nicht auf der Matte, sondern auf dem Pferd.

Das Wichtigste ist das Pferd“, sagen Victoria Petri und Klara Meyer von der Reit- und Fahrgemeinschaft Pegnitz-Buchau und stellen damit ihre eigene Leistung, die sie gerade bei einer Trainingsstunde gezeigt haben, ziemlich zurück. Mit der zehnjährigen Stute Coco haben die 17- beziehungsweise 14-Jährige zusammen mit Svenja Stromberger, Anne Riess und Emilia Ringler wieder sehr intensiv geübt. Das Pferd hatte sichtlich seinen Spaß daran, folgte der Longenführerin Alina Riess aufs Wort. Obwohl die Mädchen im Alter zwischen zwölf und 20 Jahren auf dem Rücken des Pferdes herumturnten. Das, so sagen die Mädchen, könne man nicht mit jedem Pferd machen, dazu brauche es einen „Glücksgriff“ – so wie Coco einer ist.

Das, was die Mädchen beim Voltigieren zeigen, kann auch nicht jede oder jeder. Wenn sie neben dem Pferd herlaufen und den Trab oder Galopp aufnehmen und sich dann in den Sattel schwingen, sieht das noch relativ einfach aus. Für die Figuren, die sie dann aber zeigen, braucht es Körperbeherrschung, Gleichgewichtssinn, turnerisches Können, Kraft, Rhythmusgefühl sowie viel Wissen und Können im Umgang mit dem Pferd und nicht zuletzt konzentriertes Training und auch Mut und Kreativität.

Dazu kommt, dass man wissen muss, was bei Pflichtübungen bei einem Turnier verlangt wird. Und das Wissen, dass Schiedsrichter ganz genau darauf achten, dass die Figuren exakt ausgeführt werden, dass sie fließend sind und vor allem akrobatisch daherkommen. Voltigieren ist Breiten- und anspruchsvoller Leistungssport.

Seiner Kreativität kann man ebenfalls freien Lauf lassen. Bei der Kür im Voltigieren gibt es „unendlich viele Möglichkeiten“, sagt Victoria Petri. Diese Möglichkeiten übt man nicht gleich auf Coco, sondern auf dem Bock beziehungsweise Holzpferd.

Passen die Figuren – ob allein oder zu zweit – versucht man sie auf dem Rücken des Pferdes. Das Urteil von Daniela Mahler, die gelegentlich beim Training vorbeischaut, ist den Mädchen wichtig. Die erfahrene Reiterin ist Schiedsrichterin, aber keine Trainerin. Einen Übungsleiter haben die Mädchen nicht. „Wir trainieren uns gegenseitig“, sagt Petri. Umso erstaunlicher ist dann das Abschneiden beim Turnier vor Kurzem in Würzburg, wo man den ersten Platz holte.

Das Voltigieren gilt auch als Einstieg in den Reitsport. „Damit man nicht nur auf dem Pferd sitzt, sondern auch was macht“, sagt Victoria. Und Klara: „Seitdem ich voltigiere, fühle ich mich auch auf dem Pferd sicherer.“tz

Verlagsbeilage NK vom Mittwoch, 10. Juli 2019, Seite 18 (25 Views)

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